Theologische Gedanken zu „Elias“
Theologische Gedanken zu „Elias“
von Annegrethe Stoltenberg
Christianskirche, 19. August 2020
Begrüßung und Einleitung:
Liebe Leute! Guten Abend! Dies ist nun der 3. Elias-Abend. Und wir sitzen hier mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen. Einige wissen schon relativ viel – als Chorsängerinnen und -sänger durch die lange Übungsstrecke, die hinter uns liegt; und durch die beiden Vorträge meiner Kollegen:
- von Christoph Störmer viel über Elias, den er historisch eingeordnet und uns als tief religiösen Menschen nahegebracht hat;
- durch Felix John, der uns über den Komponisten Mendelssohn und dessen Arbeit am Elias weitere und vertiefte Zugänge eröffnet hat.
Ich möchte heute Abend von einer anderen Seite herangehen – von unserer als Sänger und Sängerinnen:
Wir mühen uns ja vor allem um die richtigen Noten, das richtige Tempo, die richtige Stimmung – und beim Text vorrangig um die richtige Textverteilung😉. Aber was singen wir da eigentlich und wie passt das zu uns – zu unserem Glauben, zu unserer Spiritualität, zu unserem Nicht-Glauben? Das sind Fragen, die eher an Igors Gedanken aus seinem ersten Schreiben zu unserem Projekt anschließen, wo er uns darauf aufmerksam macht, schonend vorbereitet, dass wir Sätze singen werden, die wir nicht mögen werden: „Er muss sterben!“, „Tötet sie!“ usw. Wir sind ja ansonsten keine Vertreter der Lynchjustiz oder der Todesstrafe.
Ich gehe also noch einmal ganz an den Anfang unserer Begegnung mit diesem wunderbaren und hochkomplexen Werk, dieser „Oper“. Mir sind damals vor allem vier Dinge aufgefallen:
- Wie furchtbar ist die Gewalt in den Texten – wie wunderschön sind die Stellen der Geborgenheit, wenn Gott sich zuwendet!
- Ist es nicht unerträglich, wenn jemand wie Elias meint, er habe die Wahrheit gepachtet?
- Um welche Art Glauben geht es hier eigentlich, wie und was sollen die Menschen „richtig“ glauben? Was erfahre ich inhaltlich über den richtigen Glauben? Ich hatte den Eindruck: Nichts.
- Wieso ist dieser Elias überhaupt so bedeutend – wir kennen den bei uns doch kaum?
Das führt mich also eher zu den Fremdheiten, dem Befremdlichen im „Elias“ – kreisend um die Frage nach Religion und Gewalt und damit eng verbunden, um die Wahrheitsfrage in der Religion.
1. die Gewalt in dem, was wir singen:
- Gott selbst ist gewalttätig, vernichtend, ein rächender und strafender Gott, ein eifriger Gott, wie wir singen; neben seinen guten Seiten 😉: Wenn er rettet, behütet, sich barmherzig zuwendet.
Unglück, Katastrophen, Dürre, Krankheiten – das sind in diesem Verständnis alles Gottes Strafen für menschliches Fehlverhalten.
- Elias als Jahwes zentraler Diener in diesen Texten ist auch gewalttätig, wobei er ja nur göttlichen Befehl folgt und dadurch geradezu berechtigt erscheint! Ihm werden seine Gewalttaten nicht angerechnet, auch das singen wir („Ob tausend fallen zu Deiner Seite…“).
- Fast alle führenden Personen sind gewalttätig oder gewaltbereit: Königin Isebel (mehr als ihr Mann Ahab, wie bei unserem Fischer un sin Fru: Ilsebill, die nich so will as ick wohl will).
- Das Volk ist wie ein Mob, manipulierbar ohne Ende und zu Hass und Todesurteilen und Mord bereit – wie in den Passionsgeschichten des Neuen Testaments (NT).
2. Wer ist der wahre Gott?
Dazu konzentriere ich mich auf die zentrale Stelle der Auseinandersetzung, dem Kampf am Berg Kamel (1.Könige 18). Elias will zeigen, dass nicht Baal, sondern Jahwe der wahre Gott ist. Er initiiert dazu einen Wettstreit, ob Baal oder Jahwe einen Opferaltar in Brand setzen - und später nach dem Feuer noch Regen schicken kann. Unabhängig von historisch-kritischen Erkenntnissen, dass Elias weder genau dann noch dort noch persönlich im Handstreich 100 Menschen umgebracht hat, nehme ich die Geschichte ernst, so wie sie mir erzählt wird und wie sie den Erzählern offensichtlich wichtig ist.
Er gewinnt ja nicht nur den Wettkampf, sondern bringt dann die 100 Baalspriester um!!
Baal oder Jahwe? Worum geht es da überhaupt? Was wir heute wissen:
Baal steht für den Polytheismus, d.h. er war nicht ein einziger Gott, sondern neben ihm stand zentral Mot, so dass Leben und Tod, Licht und Dunkel verteilt waren. Jahwe dagegen ist einer, ein einiger Gott, wie wir an einer Stelle singen – er schließt den Tod mit ein. Das ist in der Tat religionsgeschichtlich, religionspsychologisch ein gewaltiger Schritt – die beiden Kräfte als eines zu begreifen. Das kennen wir, denke ich, alle: ein dualistisches Weltbild, eine Einteilung in Gut und Böse ist sehr viel leichter – als die Erkenntnis, dass alles in allen ist, dass nicht das Böse im anderen und in mir nur das Gute ist. Ein Götterhimmel, ein Polytheismus mit jeweils verschiedenen Repräsentanten der unterschiedlichen Seelenkräfte, die wir erleben, ist sehr viel eingängiger - und ich denke auch, dass es ontogenetisch hilfreich und wichtig ist, diese phylogenetische Phase zu durchgehen oder sich ihrer bewusst zu werden, bevor die abstrakte Einheit „bewältigt“ werden kann.
Im Elias-Text wird ein „fix- und fertiger“ Monotheismus vorausgesetzt, der sich erst Jahrhunderte später so entwickelt hat. Das ist ja immer so verwirrend an den verschiedenen Zeitebenen: Elias lebte ca. 850 v.Chr., die (deuteronomistischen) Königsbücher wurden geschrieben etwa 500 v. Chr., aber auch noch 300 v.Chr. – d.h.: es handelt sich um rückblickende Geschichtsdeutungen!.
Tatsächlich war das Gebiet, in das das „Volk Israel“ um 1100 v. Chr. aus Ägypten zog, vorher bereits bewohnt, es gab mehrere kleine „Völker“ oder Stämme oder Clans, auch sog. Königtümer – was Israel ja zunächst gar nicht war. Es gab also mitnichten eine ethnisch homogene, jüdische Bevölkerung! Alle Einwohner des ursprünglichen Kanaans waren in ihrer Unterschiedlichkeit aber doch sprachlich und religiös „gemein semitisch“ geprägt. Sie teilten die Gottheit „El“ als Vater des kanaanäischen Pantheons – der Name taucht ja vielfach auf: als Gottesname Elohim, in Isra-el, in El- ias, El- isabeth, Micha-el…
Die Kanaaniter als sesshafte Bauern hielten an ihren Naturgottheiten und einem mythischen Weltbild fest, vor allem an Baal, in ihrer Vorstellung der Sohn Els, als ihrem Gott des Wetters, des Regens – und des Krieges. Das Volk Israel kam als nomadisches Hirtenvolk dazu und brachte daher die Vorstellung eines wandernden Gottes mit: Jahwe. Einer, der sich in der Geschichte, nicht in den Naturgewalten zeigt! So sind diese tautologisch erscheinenden Worte auch immer zu verstehen, wenn wir singen: „Der Herr ist Gott“ – es geht darum, wer denn dieser „El“ nun wirklich und wahrhaftig ist – und das ist eben – laut Elias - Jahwe, nicht Baal. Das betont z.B. auch die Stelle am Horeb: Gott ist nicht in den Naturphänomenen (Feuer, Erdbeben, Sturm), sondern in der Stille. Andererseits: Elias tritt den Beweis ja genau mit Naturphänomenen, mit Feuer und Regen an!!
Elias führt also einen Beweis durch Magie: mit magischen Praktiken und Gebeten Gott zu einem bestimmten Handeln bringen. Für uns heute nicht überzeugend. Schwer erträglich, wie arrogant, zynisch und verächtlich er die Baals-Anhänger und Priester auf dem Berg Karmel provoziert. (Die Verachtung gegenüber Baal existiert übrigens bis heute in dem Ausdruck „Baal-Sebub“ – unser Beelzebub, synonym für den Teufel).
Gleichzeitig macht die Szene um die Altäre ja auch noch einmal deutlich, dass wir uns in einer ganz anderen Zeit, in einer ganz anderen Kultur befinden. Wer einmal heute Nomaden erlebt, oder in Filmen und Dokus ein Ritual bei sog. „Naturvölkern“ gesehen hat - aktuell läuft z.B. der Film über Schamanismus „Eine größere Welt“ - , der oder die hat ein Bild davon, wie sich die Baals-Priester und auch Elias in Ekstase, in Trance begeben, um den Altar hinken, sich ritzen und blutig verletzen, sich niederwerfen im Ganzkörper-Einsatz, zum Himmel schreien. Und das Volk macht mit, woher soll es wissen, welches der richtige Gott ist? Der Erfolg entscheidet – und schon schwenken sie auf den anderen Gott. Austauschbar. Sozusagen in Übertragung eines berühmten Ausspruchs: „Der Gott ist tot – es lebe der Gott.“
Es ist eher eine Herrschaftsfrage als eine Glaubensfrage. Schwer zu sagen, was denn im Glauben an Jahwe wirklich „theologisch“ (über den Monotheismus hinaus) anders war – in der Praxis erscheinen sie uns doch ähnlich. Und was das Volk davon verstanden haben wird!?!
Und solche Typen wie Elias, die die Wahrheit gepachtet haben, lassen einen doch eher in vorsichtige Distanz gehen: Auch die Mitglieder der RAF , der IRA, der ETA oder anderer terroristischer Bewegungen treten in der Überzeugung auf, die einzig richtige Wahrheit gepachtet zu haben und darum zur Gewalt legitimiert zu sein.
3. Exkurs: Gewalt im Alten Testament (AT) und NT und Koran
Es geht mir heute ja um die besondere Form der Gewalt, nämlich um die, die gegen Menschengruppen ausgeübt und legitimiert wir; nicht um individuelle Gewalt als menschliches Charakteristikum überhaupt – die kommt in der Bibel von Anfang an vor und wird als Teil der menschlichen Existenz immer wieder gezeigt, angefangen mit Kain und Abel).
Im AT wird Gewalt gegen Menschengruppen an einigen wenigen Stellen - man kann sie etwa an zwei Händen abzählen, incl. Wiederholungen - beschrieben und legitimiert als Gewalt gegen die Feinde Jahwes, die auch Israels Feinde sind. Es geht also dabei um die Deutung der Geschichte Israels – incl. ihrer Siege und Niederlagen.
Erst im NT gibt es dann die absolute Absage an Gewalt. Alle Geschichten ergreifen hier einseitig Partei für die Opfer – schließlich stirbt Gott selbst als Opfer der Gewalt! (siehe dazu den Religionsphilosophen René Girard, Das Heilige und die Gewalt, Zürich 1987).
Es gibt übrigens eine sehr konkrete Vergleichsstelle zu den Vorgängen bei Elias: Lukas 9, 51-56: Jesus und seine Jünger werden in einem samaritanischen Dorf nicht aufgenommen. Die Jünger wollen, dass „Feuer vom Himmel falle und sie verzehre“. Jesus wendet sich um und ermahnt oder bedroht sie – sie gehen in ein anderes Dorf. D.h. nicht, dass der Glaube im NT nicht auch radikal herausfordern kann (zweischneidiges Schwert; wer die Hand an den Pflug legt…; geh und verkauf Deinen Reichtum) – aber das ist der Weg des einzelnen. Da kann die religiöse oder spirituelle Erfahrung schon lebensverändernd sein (ich bin ja vielleicht selbst ein Beispiel dafür). So wie auch Elias radikal, existentiell getroffen wird, z. B. in der Wüste.
Die Gewalt gegen „die anderen“ beschäftigt uns aktuell ja u.a. auch immer wieder weltweit als Frage an den Islam. Da gibt es eine umfangreiche und sehr strittige Debatte, ich bin da keine Expertin, ich habe nur die Auseinandersetzungen um die Amerikanerin Karen Armstrong („Im Namen Gottes, Religion und Gewalt“, München 2015) ein bisschen verfolgt. Die ehemalige Nonne vertritt die These, dass das Christentum genauso voller Gewalt sei wie der Islam. So weit hat sie kaum Gegner, denn dass alle drei „Buch-Religionen“ (und nicht nur die) eine Geschichte voller Gewalt haben, ist unübersehbar. Die Kritik macht sich vielmehr daran fest, dass Karen Armstrong meint, die Bibel sei genauso gewaltlegitimierend wie der Koran. Dem widerspricht z.B. der amerikanische Autor und Al-Qaida-Spezialist Raymond Ibrahim, der sich die Stellen im AT und im Koran einzeln vornimmt und zu einem anderen Ergebnis kommt: Im AT werden solche „Massaker“ als historische Ereignisse beschreiben: Kämpfe, die stattgefunden haben, aber hinter uns liegen. Sie enthalten aber keinen Befehl, dasselbe zu tun oder künftig so fortzufahren. Der Koran sieht aber in seine sog. „Schwert-Versen“ den Islam in einem immerwährenden Krieg mit der nicht-muslimischen Welt, bis letztere sich untergeordnet hat.
Es geht mir nicht darum, eine der Religionen „reinzuwaschen“ – es geht aber darum, die unterschiedlichen Botschaften der drei Bücher ernst zu nehmen, finde ich. Die Gewalt ist trotzdem in alle drei Religionen von den Menschen hineingetragen worden – gerade wächst das z.B. wieder ganz erschreckend in den immer größer werdenden christlich-evangelikalen Gemeinden und Kirchen in Nord- und Südamerika, bis in Regierungskreise hinein.
Die Frage nach der Gewalt in der Religion ist vor kurzem sehr eindrücklich von einem Atheisten (wie es der Philosoph René Girard ja auch war) bearbeitet worden: Tim Crane, Die Bedeutung des Glaubens, Religion aus der Sicht eines Atheisten (Berlin 2019). Der englische Philosophie-Professor geht dort u.a. an aktuellen Beispielen der Frage nach, was überhaupt ein religiöser Konflikt sei. Es geht ja in Konflikten wie in Nordirland z.B. nicht um einen religiösen Dissens wie um die Anerkennung des Papstes oder der Jungfrauengeburt – wahrscheinlich könnten nur die wenigsten Kämpfer auf beiden Seiten die theologischen Differenzen zwischen Katholiken und Anglikanern benennen, für die sich dieser bewaffnete Kampf ihrer Ansicht nach lohnt. Prinzipiell kann man das auf andere Konflikte übertragen – z.B. auch auf die zwischen orthodoxen Serben und muslimischen Kroaten, zwischen Sunniten und Schiiten in der islamischen Welt, zwischen Hindus und Moslems in Indien. D.h. die Religion wird funktionalisiert – es geht aber um andere Interessenkonflikte (ohne dass ich die hier näher beschreiben kann), um Macht, Herrschaft, Einfluss.
4. Wieso überhaupt Elias – was macht ihn so bedeutend?
Im letzten Teil möchte ich mich aber noch einmal mit Elias beschäftigen. Wieso hat er in diesem Werk so eine Bedeutung? Wir kennen ihn doch eigentlich kaum, ich denke, so ist es vielen von Euch gegangen. In der Tat spielt er in unserer evangelischen Tradition, in unserer Kunst und Malerei kaum eine Rolle – eine sehr viel größere allerdings in der jüdischen Religion und in den orthodoxen Kirchen.
Er kommt in der Bibel im AT ja eigentlich relativ kurz vor, etwas verstreut, an wenigen Stellen. Auf jeden Fall taucht er aus dem Nichts auf, unvermittelt – am Anfang auch ohne Auftrag, ohne Gotteserscheinung. Im NT wird aber schon eine ganz lebendige jüdische „Elias-Tradition“ deutlich: Elias soll wiedererscheinen, bevor der Messias kommt. Darum halten manche Johannes den Täufer für den wieder erschienenen Elias, wie er tritt er ja in Fellkleidung, eher wie ein Eremit und Exzentriker auf. Aber auch Jesus wird gefragt, ob er der wieder gekehrte Elias sei. Man kann ja nie wissen…😉.
In der jüdischen Religion ist Elias Wiederkehr natürlich noch offen – wie auch das Kommen des Messias.
Eine bedeutendere Rolle als im westlichen Christentum spielt Elias in den Ostkirchen, in den orthodoxen Kirchen. Mit ihrer Konzentration auf das „Heilige“, eindrücklich in der Ikonenmalerei, gründen sich diese Kirchen stärker in der Spiritualität als in Recht und Ordnung – wie die römische Kirche. Da passt so ein Charismatiker natürlich besser hinein.
Wir reden immer schnell vom „Propheten“ Elias – ich glaube, das war er nicht im eigentlichen Sinne. Ja, das Bild, das von ihm gezeigt wird, entspricht in einigen Punkten dem eines Propheten. In der biblischen Prophetie geht es ja weniger um Zukunftsansagen, als vielmehr um Gegenwartsdeutungen - in der Regel herrschaftskritischen Deutungen! Und denen, die Jahrhunderte später über diese Propheten schreiben, geht es um die Vorhersagen eines Untergangs oder einer Katastrophe oder einer Vertreibung, die längst stattgefunden haben!
Elias hat aber darüber hinaus messianische Züge: Wie Jesus kann er Wunderheilungen bewirken; wie er ist er 40 Tage und Nächte in der Wüste (ein bekanntes, nicht nur messianische Motiv). Er kann Feuer- und Regenwunder bewirken. Und er erlebt eine beeindruckende Himmelfahrt (so dass er eben auch wieder herunterkommen kann!): Ein feuriger Wagen mit feurigen, feurigen Rossen – auch das ein Symbol in verschiedenen Religionen, am bekanntesten vielleicht der Sonnenwagen des Gottes Helios im griechischen Götterhimmel.
Igor hat in einer der letzten Mails noch einmal gestaunt über die Komplexität des Elias – das Staunen teile ich, ein Teil der Antwort liegt für mich darin, dass Elias eben auch mehr als einen Propheten (wie Jesaja und Jeremias) verkörpert.
Daran hätte für mich auch ein Vergleich des Elias mit der Prophetin unserer Zeit, Greta Thunberg, ihre Grenzen, weil sie nichts von den weiteren Wundern tut. Angstfrei die Mächtigen in Frage stellen, das verbindet sie mit den Propheten. Übrigens auch mit Luther, der 500 Jahre früher die herrschende Machtstruktur in Frage stellte: die katholische Kirche. Greta stellt eine andere Herrschaft in Frage: Die ungezügelte Macht des Kapitals.
Schluss
So – und wir? Wir sind das Volk. Ganz anders als damals, wo es keine Frage war, nicht religiös zu sein. Alles und alle waren religiös.
Aber auch wir leben in Systemen, mit Werten – welche Werte sind richtig? Erkenne ich die Systeme überhaupt? Woher soll ich wissen, was wirklich wahr ist? Woher soll ich wissen, wer Recht hat – wo ich gar nicht auch nur annähernd über das Wissen verfüge, das dazu in allen Gebieten inzwischen existiert? Die Frage nach dem wahren Gott im Elias lebt heute in der Frage nach der Wahrheit weiter. Hochaktuell in Corona-Zeiten, in Zeiten der digitalen Medien, der Fake-News. Muss es einen Kampf um die Wahrheit geben? Wenn sich ohnehin ganz andere Interessen in diesen Kampf verbergen? Oder können wir auf den „Kampf“ um Frieden umschwenken? Denn wie sagt schon Paulus:
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei – aber - nicht der Glaube, nicht mein Glaube, nicht Dein Glaube, sondern - die Liebe ist die größte unter ihnen.
Ich danke für Eure Aufmerksamkeit und freue mich auf das Gespräch.